Gleich zwölf Aktive des SV Gladbeck 13 sind am vergangenen Sonntag beim Ironman 70.3 Duisburg über die Mitteldistanz an den Start gegangen – 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Rad und ein abschließender Halbmarathon über 21,1 Kilometer. Regen in der Nacht zuvor sorgte nach der Hitzewoche für ideale Bedingungen. Am Ende standen für den Verein der zweite Platz in der Tri-Club-Mannschaftswertung, mehrere Altersklassensiege und sogar ein Streckenrekord zu Buche.
Pia Opitz Streckenrekord und schnellste Frau im gesamten Feld
Das Ausrufezeichen des Tages setzte Pia Opitz. Die Athletin gewann nicht nur ihre Altersklasse W25, sondern war in 4:26:42 Stunden zugleich die schnellste Frau im gesamten Teilnehmerfeld und stellte einen neuen Streckenrekord in ihrer Altersklasse auf. Und das bei ihrem allerersten 70.3-Sieg. Den Grundstein legte sie auf dem Rad mit der schnellsten Radzeit aller Frauen. Dass am Ende alles passte, war dabei nicht selbstverständlich: Auf der Laufstrecke bemerkte Opitz, dass sie ihre Gelflasche vergessen hatte, und kämpfte zwischenzeitlich mit Krämpfen. Trotzdem baute sie ihren Vorsprung bis ins Ziel auf knapp fünf Minuten aus und lief als erste Frau über die Ziellinie. „Für meinen ersten 70.3-Sieg hätte ich mir kein besseres Rennen vorstellen können“, so Opitz.
Streckenrekord AK 60 und erster 70.3-Titel für Frank Wiedenhöfer
Für das zweite große Highlight sorgte Frank Wiedenhöfer. In der Altersklasse 60 gewann er nicht nur souverän seine Klasse, sondern stellte in 4:38:02 Stunden auch einen neuen Streckenrekord der AK 60 auf. Schon im Wasser legte er den Grundstein: Seine 28 Minuten im Neopren bedeuteten die 31. beste Schwimmzeit aller Männer im Feld. Auf dem Rad brachte er mit einem Schnitt von rund 39 km/h seine Wattwerte konsequent auf die Straße und ging mit gut acht Minuten Vorsprung auf die Laufstrecke, die er kontrolliert nach Hause brachte. „Ich bin super zufrieden – mein erster Altersklassensieg bei einem 70.3, und das gleich mit Streckenrekord", freute sich Wiedenhöfer.

Ebenfalls in der Altersklasse 25 überzeugte Nils Wieduwildt. In 4:03:59 Stunden – seiner persönlichen 70.3-Bestzeit – wurde er Dritter seiner Altersklasse. Die schnellste Laufzeit seiner AK (1:19:09), die zudem als Topzeit unter Triathleten gilt, machte ein zwischenzeitliches Malheur mehr als wett: Eine zweiminütige Zeitstrafe wegen einer Windschattensituation und sich lösende Auflieger hatten ihn auf dem Rad Zeit gekostet. „Die sub 4 Stunden fallen dann nächstes Jahr“, kündigte Wieduwildt kämpferisch an.
Drei Gladbecker vor der WM in Nizza
Für gleich fünf Aktive geht es nach Duisburg direkt weiter zur 70.3-Weltmeisterschaft am 12. und 13. September in Nizza – neben Pia, Frank und Nils sind das Birgit und Giuseppe Zuddas. Die Qualifikation dafür hatten sie bereits im vergangenen Jahr in Duisburg geschafft. Birgit Zuddas verbesserte sich in allen drei Disziplinen gegenüber dem Vorjahr – trotz Trainingsrückstands beim Laufen nach einer Verletzung – und wurde in 5:35:17 Stunden Fünfte ihrer AK 55. „Die Stimmung in Duisburg war super, vor allem durch die vielen Vereinskolleginnen und -kollegen, die einen nach vorne geschrien haben", berichtete sie. Ihr Mann Giuseppe, feierte in 4:50:46 Stunden ein bemerkenswertes Comeback: Nur vier Monate nach seiner Knie-OP und mit gerade einmal 170 Lauf-Kilometern im Training seit Januar erreichte er die Top Ten seiner Altersklasse. Eigentlich waren nur Schwimmen und Rad geplant – am Ende lief er die komplette Distanz durch. Die bei diesem Rennen vergebenen Startplätze für die WM 2027 in den USA nahm indes niemand aus dem Verein an.

Mehrere gelungene Mitteldistanz-Debüts
Für einige SV-13-Aktive war es die erste Mitteldistanz überhaupt – und alle meisterten sie eindrucksvoll. Anne Gonschorek überzeugte in 5:30:39 Stunden mit einer besonders starken Radleistung und war am Ende deutlich schneller als erwartet. „Die Stimmung an der Strecke war einfach unglaublich, die Zuschauer haben mich wirklich über die Strecke getragen“, schwärmte Gonschorek, die schon jetzt auf ihre nächsten Triathlons gespannt ist. Alexander Herbrecht, neu im Triathlonsport, meisterte sein MD-Debüt souverän in 5:21:00 Stunden. Zuvor hatte er bereits einen kleineren Triathlon bestritten. Und Kevin Schön, ebenfalls zum ersten Mal über die Mitteldistanz, unterbot in 5:28:42 Stunden nicht nur die anvisierten sechs Stunden, sondern gleich auch die 5:30-Marke. „Neben dem super organisierten Event fand ich vor allem den Zusammenhalt im Verein klasse, gerade unter den Neuen", lobte Schön.
Anna Wolthaus erreichte in 5:54:39 Stunden ihr persönliches Ziel unter sechs Stunden. Auf dem Weg dorthin konnte sie viele hilfreiche Tipps ihrer Vereinsfreunde umsetzen – und wurde vom Jubel der Supporter-Teams getragen. „Die Gänsehautmomente durch das Anfeuern waren einfach unglaublich", berichtete Wolthaus. Ihr persönliches Highlight hatte sie allerdings schon vor dem Start: die Nachricht am Renn-Morgen, dass kein Neopren-Verbot galt.

Erfahrung und frische Gesichter
Komplettiert wurde das Gladbecker Aufgebot von erfahrenen wie neuen Startern. Michael Walter, eigentlich Langdistanzler, absolvierte in 5:28:11 Stunden bereits seine zweite Ironman-Veranstaltung des Jahres und erreichte sowohl in der Altersklasse als auch in der Gesamtwertung jeweils die erste Feldhälfte. „Beim Radfahren habe ich mir bewusst Körner aufgespart, damit ich den Halbmarathon unter zwei Stunden laufen konnte – das hat geklappt", freute sich Walter, der auch die idealen Bedingungen nach dem Regen und die gute Orientierung auf der Regattabahn lobte. Jutta-Verena Schulze, die erst vor Kurzem zum SV Gladbeck 13 gestoßen ist, brachte ihr Rennen in 6:33:32 Stunden ins Ziel. Ebenfalls in Duisburg am Start war SV-13-Mitglied Sina Willems, die in 5:01:10 Stunden allerdings unter der Fahne ihres Heimatvereins ins Rennen ging.
Am Ende überwog bei allen die Freude über starke Zeiten, mehrere Podestplätze und den verdienten zweiten Rang in der Tri-Club-Mannschaftswertung. Der SV Gladbeck 13 gratuliert seinen Athletinnen und Athleten herzlich zu ihren Leistungen.
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